Volksdorfer Gesprächsrunden

«Kulturelle Aneignung: Raubkultur - nicht nur in unseren Museen?»

 

 

Zunehmend werden Kunstwerke, die von europäischer und US-amerika- nischer Seite während langer Kolonialherrschaft in einige unserer westli- chen Museen verfrachtet worden sind, an die Ursprungsländer zurückge- geben. Provenienzforschung ist eine vielbeachtete historische Teildiszip- lin. Es herrscht ein verbreiteter Konsens darüber, dass zumindest einige geraubte oder unter unfairen Bedingungen erworbene Kunstwerke dort- hin zurückmüssen, wo sie als Bestandteil der ethnischen oder nationalen Identität eine wichtige Rolle spielen. Man kann auch eine Art kollektiven Urheberrechts annehmen, das verletzt worden sei.
Mit dem Konzept der Kulturellen Aneignung wird ein viel weiteres
Feld beschritten, potentiell sämtliche kulturellen Schöpfungen be- treffend – Architektur, Bildende Kunst und Mode; Literatur, Musik und Schauspiel- kunst etc. etc. Unter dem ethischen und politischen Aspekt von Machtunterschieden und Diskriminierung, so wird gefordert, bedürfe die Übertragung kollektiven geistigen Eigen- tums im weitesten Sinn von Land zu Land, von Kultur zu Kultur, von Subkultur zu Subkul- tur, von Schicht zu Schicht einer besonderen Legitimation: Es dürfe sich nicht um Ausbeu- tung Schwächerer handeln. Endet hier das Recht auf Kunstfreiheit?
Streitigkeiten, die um Indianer-Faschingskostüme ausgebrochen sind, um Musikrichtun- gen, die in Afrika oder beispielsweise von Afro-Amerikanern entwickelt wurden, haben viele Emotionen geweckt. Kritiker versuchen, das Konzept der Kulturellen Aneignung durch die Frage ad absurdum zu führen, ob in Deutschland bedenkenlos ein Restaurant mit tibetanischer oder libanesischer Kochkunst aufgesucht werden dürfe.
Deutet sich hier ein Ende der Globalisierung auf kulturellem Gebiet an?

 

  • ​Do., 16.2.23, 19:00 Uhr
  • KunstKate Volksdorf, Eulenkrugchaussee 60-64
  • Teilnehmerbeitrag 10€, inkl. "Wein & Brezeln"

 

Fahrschein Februar '23
Fahrschein Februar 2023.pdf
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